Donnerstag, 22. November 2007

Sparky Escobar im Interview

Der Name Sparky Escobar sollte einigen, gerade den Kölnern unter euch, ein gängiger Begriff sein.
Das letzte Jahr konnte er durch konstante Internet-Releases und diverse Compilationbeiträge auf sich aufmerksam machen. Wir haben das junge Talent mit der charakteristischen Stimme exklusiv im Interview - nur für euch!


C-HH.de: Für die Leute, die dich noch nicht kennen: Könntest du uns erzählen, wie du zur Musik gekommen bist und wie dein bisheriger Weg verlaufen ist?

Sparky: Ich glaube, ich war schon seit ich denken kann ein totaler Musikfreak. Schon als kleiner Junge konnte ich nicht genug kriegen von den ersten Jazz-, Soul- oder Rockplatten, die ich in die Finger bekam. Für mich stand schon früh fest, dass ich auf jeden Fall auch selber einmal Musik machen würde.
Als ich dann so mit 12 Jahren die ersten Rap-Sachen für mich entdeckt hatte, war alles aus und vorbei, und so kam es dann, wie es kommen musste und ich habe nach kurzer Zeit selber angefangen, zu rappen. Seitdem sind ja schon ein paar Jahre vergangen und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne den Scheiß wäre.
Ich habe 'ne Menge Leute kennengelernt, an den verschiedensten Projekten mitgewirkt und momentan arbeite ich mit AmmO an einem gemeinsamen Album, das allen Hobbyrappern erstmal den Boden unter den Füßen wegziehen wird.

C-HH.de: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit AmmO und sind noch weitere Projekte für die Zukunft geplant?

Sparky: AmmO kenne ich eigentlich noch gar nicht so lange, aber wir beide waren schon länger von den Sachen des jeweils anderen geflasht, und so kam man um eine Zusammenarbeit nicht rum.
Nachdem wir ein Wochenende in Holland gechillt hatten, beschlossen wir, längerfristig zusammenarbeiten zu wollen. So ist dann auch die Idee mit dem gemeinsamen Album entstanden. Mittlerweile sind wir auch sehr gute Freunde und raptechnisch stimmt die Chemie einfach.
Da ich mit meinem "alten" musikalischen Background schon länger sehr unzufrieden war, holte mich AmmO irgendwann zu seinen Jungs von "Ohrflash", einem sehr kreativen und talentierten Haufen. Auch mit Leuten wie Amato werde ich auch weiterhin immer mal wieder zusammen Tracks machen. Ansonsten schreibe ich momentan eigentlich ständig Songs, und mein Kopf ist voller Ideen. Watch out...

C-HH.de: Was können die Leute von deinen bzw. euren zukünftigen Sachen erwarten?

Sparky: Ich denke, musikalisch habe ich mich das letzte Jahr wirklich weiterentwickelt. Ich stehe zwar immer noch total auf diesen technischen Punchline-Kram, aber in erster Linie möchte ich gute Musik machen. Ich will einfach, dass die Leute mein Zeug fühlen können, egal, ob du jetzt der krasseste Straßentyp oder irgendein Student bist.
Ich finde, auf Albumlänge sollte man einfach ein gewisses Konzept haben und etwas aussagen. Das gleiche gilt natürlich auch für das Album mit AmmO. Ich will zeitlose Tracks machen, die man sich immer wieder anhören kann.
Mich inspirieren halt täglich die verschiedensten Sachen, und privat pumpe ich ja auch nicht nur Rap.

C-HH.de: Du bist ja selber in Köln geboren und erwähnst die Stadt auch immer mal wieder in deinen Texten, was verbindet dich mit dieser Stadt und was sagst du zur lokalen Szene?

Sparky: Du hast Recht, ich bin gebürtiger Kölner und habe damals mit meiner Familie in Ehrenfeld gewohnt.
Mittlerweile wohne ich ein bisschen außerhalb, aber bin trotzdem jeden Tag in der Stadt. Ich arbeite hier, habe eine Menge Freunde hier und werde wohl auch nächstes Jahr irgendwo in die Innenstadt ziehen. Ich liebe Köln einfach, die Menschen, die Mentalität, die Clubs, so viele Kulturen auf einem Haufen ... wenn der FC jetzt mal wieder ordentlichen Fußball spielen würde, wäre alles perfekt.
Die Szene ist meiner Meinung nach genau wie in anderen Großstädten auch, es rappen viel zu viele, die es nur machen, weil es gerade in Mode ist, und die Szene selbst hat viel zu wenig Zusammenhalt.
Trotzdem gibt es natürlich auch eine Menge krasser Talente. Tamijihad, Seany, Densus Dahn, die Ohrflash-Leute, Lil Easy und noch ein paar wenige andere rücken die Stadt meiner Meinung nach auf jeden Fall in ein gutes Licht.

C-HH.de: Als abschließende Frage: Was erhoffst du dir von den nächsten Jahren, was wäre der optimale Weg?

Sparky: Ich denke, es gibt keinen optimalen Weg, man wird einfach sehen, was die Zeit bringt.
Natürlich wünsche ich mir für meine Leute und mich, dass wir Erfolg mit unserer Musik haben und auch überregional viel bekannter werden. Ich bin aber keine 12 mehr und checke schon, dass das sehr schwierig ist, mal von Rap leben zu können, aber ich kann mich auch so sehr gut über Wasser halten, von daher ist alles cool.
In erster Linie ist es eh am wichtigsten, dass meine Family, meine Freunde und ich gesund sind. Ich bin eigentlich recht zufrieden mit der momentanen Situation und kann mich nicht wirklich beschweren.
It's all good!