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Sonntag, 3. Januar 2010

Bericht über die Arbeit des Strassenkinda Movements...

... und ein Interview mit einigen Mitgliedern




Strassenkinda Movement engagiert sich im sozialen Bereich für Kinder und Jugendliche mit besonderem Fokus auf soziale Brennpunkte. Hier sollen Missstände möglichst öffentlich aufgearbeitet werden, es soll für Begegnungen gesorgt werden wie etwa Podiumsdiskussionen zu Themen wie Bildung, Jugendkriminalität, Perspektivlosigkeit. Desweiteren werden Benefizveranstaltungen organisiert und unterstützt, Workshops in Schulen und Jugendzentren gegeben und Fußball für Kinder und Jugendliche angeboten.
Das Strassenkinda Movement wurde Anfang 2009 von Philly und JuJu von Strassenkinda Productions ins Leben gerufen. Seitdem wurde der Plan mit der Hilfe des Labels und einem Netzwerk aus befreundeten Künstlern wie HKC und Komekaté und einem Netzwerk aus Videoproduzenten, Grafikern und gemeinnützigen Vereinen umgesetzt.
Als Erstes wurde im März das Strassenkinda Movement - Mixtape Vol.1 veröffentlicht. Mit dabei waren:
Strassenkinda, OpR & Aurelia, Dr. Knarf, Amok, Ebat, Benyo Hussain, Fly, Kurdy A, Colos, Butch Spencer und O-Z.
Die Release-Party war eine Benefizveranstaltung und fand am 02.05. im Underground in Köln statt. Im Programm war Graffiti, gesponsert vom Dedicated Store, Breakdance und Auftritte von S.O.S., James Davis, Köln Maziv, Money Germany, OpR & Aurelia und HKC.
Das Strassenkinda Movement-Mixtape wurde in Köln zweitausendmal in Kiosken und Läden verschenkt und steht unter www.strassenkinda.de immer noch zum freien Download.
Mitte 2010 wird das nächste Mixtape erscheinen, diesmal werden noch mehr Künstler darauf vertreten sein.
Außerdem hat das Movement dieses Jahr verschiedene Workshops gegeben, u.a. in den Hauptschulen Borsigstr.(Ehrenfeld), Heerstr. (Zündorf), in der Sonderschule Porz-Finkenberg und in einer Grundschule in Bornheim.
Gemeinsam mit dem Verein “Köln Kickt” leiten OpR und Aurelia wöchentlich Fussballangebote in Porz, Godorf und Meschenich. In einem von “Köln Kickt” organisierten Feriencamp wurden Workshops gegeben.
Das Strassenkinda Movement wird gerade als Verein eingetragen und dann können noch mehr und größere Projekte verwirklicht werden.
Für 2010 ist einiges geplant. Was schon verraten werden darf, ist ein Auftritt im Rahmen der Lit.cologne. Dort wird über die Arbeit des Movements erzählt und es werden Texte gelesen.

Und hier das Interview mit James Davis, Philly, OpR, Aurelia, Sultan HD (Strassenkinda Productions), Dr.Knarf(HKC), Benyo Hussain, Fly(Komekaté).

C-HH.de: Jamie, Philly, erzählt doch mal etwas über Strassenkinda Productions. Wie lange gibt es euch schon, was ist in der Zwischenzeit passiert?
Und was hat sich alles im letzten Jahr verändert?
Welche Aufgaben übernimmst du bei dem Label?
James Davis: Strassenkinda Productions ist vor ca. 10 Jahren aus der Idee entstanden, talentierten Künstlern, die keine Plattform in der Musikindustrie fanden, eine Möglichkeit zu bieten, ihr Talent darzustellen. Sozusagen die Kunst der Strasse zu fördern.
2004 wurde das Album der Strassenkinda - „Who´s Dat“ - deutschlandweit veröffentlicht. Am 06.12. wurde meine Single „Angel“ released. Ihr könnt sie bei allen Download-Portalen kaufen.
Inzwischen ist Strassenkinda Productions ein Aushängeschild für gute Musik und es wird sehr viel Wert auf Qualität gelegt. Als Inhaber der Strassenkinda Productions habe ich die Aufgabe, die jeweiligen Produktionen zu begleiten und ihnen mit Rat und Tat in allen Fragen beizustehen.
Natürlich macht es mich auch stolz, wenn ich sehe, was sich daraus entwickelt hat.
Philly: Jamie hat ja schon das Meiste gesagt. Ich bin vor zwei Jahren fest dazu gekommen. Wir kennen uns schon 7-8 Jahre und sind auch alle eng miteinander befreundet. Zu Strassenkinda Productions gehören Isa I, JuJu, James Davis, OpR, Aurelia, Ty Machine, Sultan HD und ich. Jamie und ich arbeiten eng zusammen, wir teilen uns die organisatorischen Aufgaben.

C-HH.de: Dr. Knarf, wie ist die Arbeit für dich bei diesem Projekt? Bislang war man das ja nicht gewohnt, dass du mit Künstlern außerhalb der HKC-Crew arbeitest. Was ist dein Ansporn, dieses Projekt zu unterstützen?
Dr. Knarf: In erster Linie der soziale Grundgedanke des Movements, dieses Benefiz-Ding, Philly von den Straßenkids wird ja einen Verein gründen und ist wirklich verdammt engagiert damit unterwegs. Dazu kommt, dass wir gemeinsame alte Freunde haben, was das Connecten leichter machte.

C-HH.de: Und wie sieht es mit dem Strassenkinda Movement aus? Glaubt ihr, ihr könnt mit eurer Arbeit etwas verändern?
James Davis: Ob wir mit dem Strassenkinda Movement etwas verändern können, das weiß ich nicht, aber solange wir in der Lage sind, uns selber zu verändern, denke ich, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich das ein oder andere auch verändert.
Wir müssen es versuchen.
Jedenfalls hat unser erster Mann Philly im Movement eine erhebliche Menge an Motivation und Energie freigesetzt.
Fly: Die Arbeit des Movements hat auf jeden Fall den richtigen Gedankengang, wenn es darum geht, Rap richtig zu präsentieren und Dinge in der Gesellschaft zu ändern. Ob, wie und wann sich was verändern wird, kann uns nur die Zukunft zeigen.
Sultan HD: Hallo erstmal. Die Entwicklung dieses Jahr würde ich als sehr gut bezeichnen. Wir haben in diesem Jahr sehr vieles in Bewegung gesetzt, alleine mit dem ersten Movement-Mixtape, das uns viel Akzeptanz und sehr gute Resonanz gebracht hat!
Darüber hinaus wurden noch viele Kontakte geknüpft. Man darf gespannt sein, was noch von dem Movement ausgeht, oder besser: Ihr dürft gespannt sein!
Und ich bin überzeugt, dass unsere Arbeit fruchten wird, weil wir als Team gut zusammenarbeiten, jeder seine Aufgaben kennt, die Kommunikation stimmt und jeder 100% hinter dieser Sache steht - sei es unser Produzent, unser Manager oder wir, die Artists.
Strassenkinda wird die Strassen überschwemmen, im positiven Sinne!
Benyo Hussain: Also, ich halte das Movement für eine sehr gute Idee, und da wir als Komekaté eigentlich schon von Beginn an sozial aktiv waren, liegt es nahe, dass wir an diesem Projekt teilnehmen. Wie sagt man? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber das Projekt ist ja offen für weitere Mitglieder auch weit über Musik hinaus.

Ich denke schon, dass diese Arbeit etwas bewirken kann, sonst würde ich nicht mitmachen. In Zeiten, in denen die Jugend in den Vierteln die Orientierung verloren hat, bieten wir ihnen eine neue Plattform und Unterstützung, um wieder auf den richtigen Weg zu finden. Unterstützt das Movement!
OpR: Wir haben uns super weiterentwickelt. Das Movement wächst und wächst. Und das ist alles nur möglich durch die tolle Zusammenarbeit unseres Teams.
Dr.Knarf: Klar denke ich, dass diese Arbeit etwas bringt. Auf musikalischer Seite empfinde ich die Musik, die wir gemeinsam produzieren, als erfrischenden Gegenpol zur Breitband-Poserei. Auf sozialer Seite feier ich es, wenn OPR und Aurelia durch die Schulen und Jugendtreffs tingeln und die Jugendlichen darauf aufmerksam machen, dass sie sich ohne viel Kohle durch HipHop auf unterschiedlichste Art und Weise kreativ ausdrücken können, dass es nicht nur um dicke Wagen und Ärsche geht. Ich habe mit meinen Jungs damals auch viele Jugendarbeit gemacht. Wer vermittelt den Kids die Regeln und Werte im HipHop? MTV? Oh Mann, dann ist die ganze nächste HipHop-Generation ein einziger Roboter.
Aurelia: Natürlich glaube ich das, und ich sehe es ja auch bei meiner Arbeit.
Ich mach etwas Gutes (z.B HipHop-Workshops oder einfache Jugendbetreuung), verlange nichts dafür und bekomme dadurch ein Glücksgefühl, wenn ich sehe, dass es den Kindern Spaß bringt und es ihnen etwas mitgibt und sie was lernen.
Philly: Ich denke auch, dass es etwas bringt. Wir kriegen mittlerweile viel Aufmerksamkeit, die Arbeit von OpR & Aurelia ist wirklich super, den Kindern macht es Spaß und man sieht ja, wie viele Leute hier inzwischen an einem Strang ziehen. Das Movement wird noch weiter wachsen, wir stehen immer noch am Anfang. Irgendwann wird die Öffentlichkeit an diesen Themen nicht mehr vorbeikommen.

C-HH.de: Wenn ihr die Möglichkeiten hättet, wo würdet ihr ansetzen, um in diesem Land etwas zu verändern?
Fly: Wenn die Stadt wenigstens mal wie versprochen die Bolzplätze erneuern würde, würde das für den Anfang schon reichen! Wo ich persönlich ansetzen würde, kann ich nicht genau sagen. Auf jeden Fall immer Schritt für Schritt Richtung Veränderung.
OpR: Hätte, wenn und wäre. Ich Habe Möglichkeiten, etwas zu verändern und nutze diese auch. Jeder hat diese Möglichkeiten. Ich versuche, im Kleinen was zu verändern. Durch die Arbeit mit den Kids versuche ich schon, etwas zu bewegen und zu verändern. Soziale Verbindungen zwischen Klassen schaffen, Diskriminierung und Rassismus ausgrenzen, Beschäftigungen schaffen und meine Umwelt ein kleines bisschen besser machen.

Man muss nicht direkt Bundeskanzler sein, um in seinem Land etwas zu bewegen. Wie schon in den Tracks erwähnt: "Jetzt kommt Bewegung in die Sache", und das ist nicht nur ein Spruch. Wir bewegen uns wirklich für ein besseres Deutschland!
Sultan HD: Mit dem Movement versuchen wir, Dinge zu ändern. Als Erstes muss viel mehr WERT auf Kinder/Jugendliche gelegt werden, weil die unsere Zukunft sind.
Das heißt mehr Angebote in der Freizeit, mehr Perspektiven, wenn man nicht die Voraussetzungen wie andere hat, etwas zu erreichen. Da gibt es viele Sachen, aber da ich nicht die Möglichkeit habe, denke ich nicht so viel darüber nach. Wir versuchen auf unsere Weise, mit unserer Musik und unserem Engagement, mit Kindern und Jugendlichen etwas im diesem Land zu verändern!
Philly: Ich denke auch, dass es unser Ansatz ist, im Kleinen anzufangen. Das könnte ja wirklich jeder. Wir helfen zu helfen und hoffen, dass unsere Arbeit registriert wird. Jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun.
Ich denke, es müssten mehr Gelder für Bildung und soziale und Jugendeinrichtungen her. Und die Medien sollten sich ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sein. Manche Dinge sollten einfach kritischer hinterfragt werden und die Quote sollte nicht immer das Wichtigste sein. Sie haben auch einen Bildungsauftrag. In unserer Gesellschaft gibt es viele Beispiele für schlechte Vorbilder, die von den Medien ein Riesenforum bereitgestellt bekommen.
Wenn es uns gelingt, die Kinder und Jugendlichen für solche Themen zu sensibilisieren und sie sich ihrer Stimme und ihrer Möglichkeiten z.B. durch Wahlen bewusst werden, wäre das schon mal ein Anfang. Wenn alle für ihre Interessen wählen gehen würden, würde vielen Politikern bange werden und die Themen müssten automatisch mehr in der Öffentlichkeit behandelt werden.

C-HH.de: So. Kommen wir nun zum Schluss noch zu euren Solo-Projekten. Fangen wir mit Komekaté an. Nachdem ihr euch in der Kölner HipHop-Szene etabliert habt, war dieses Jahr ein relativ ruhiges um euch, mit Ausnahme des Kurdy A-Mixtapes.
Dürfen wir davon ausgehen, dass ihr dieses Jahr viel vorbereitet habt und im nächsten Jahr einiges von euch kommt?

Benyo Hussain: Ja, dürft ihr! Dass es eine Zeit lang ruhig um uns herum war, bedeutet nicht, dass wir nichts gemacht haben. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber macht euch auf was gefasst!
Die Leute können sich sowohl auf ein weiteres Komekaté-Release, als auch auf Releases einzelner Komekaté-Künstler freuen.
Außerdem kündige ich hier weltweit zum ersten Mal unsere geplante Tschechien-Tour an...
Fly: Ich sag nur "Nachtaktiv".

C-HH.de: Dr. Knarf, du hast im Vergleich zu anderen Kölner Rappern ein beeindruckendes Tempo vorgelegt dieses Jahr. Ist das etwas, woran wir uns gewöhnen können oder sind für das nächste Jahr weniger Projekte geplant?
Dr. Knarf: Nächstes Jahr wird einen Gang hochgeschaltet, sprich, es sind de facto mehr Releases geplant als in den letzten beiden Jahren.

C-HH.de: Bist du mit deiner eigenen Arbeit für dieses Jahr zufrieden?
Dr. Knarf: Ich bin mit meiner künstlerischen Arbeit vollkommen zufrieden, was der betriebswirtschaftlichen Arbeit jedoch mitunter böse mitspielt; und zwar dahingehend, dass heutzutage Inhalte nicht relevant sind, sondern immer mehr ausschließlich Verpackungen.
Auch habe ich das Gefühl, dass mittlerweile selbst szeneintern, im Einklang mit dem Leistungsstreben unserer ganzen Gesellschaft, nur noch Verkaufszahlen Wert geben, und die werden im Normalfall von Media-Agenturen und Marketingabteilungen generiert, nicht durch innovative Künstler oder kritische Freigeister, die ihre Meinung offen kundtun.
Und Kunst ist letztendlich das einzige, worum es mir geht.

C-HH.de: Kommen wir nun zu Strassenkinda Productions. Jamie, du hast grade deine Single Angel veröffentlicht. Erzähl doch mal etwas darüber.
James Davis: Angel beruht auf einer wahren Geschichte.
Er lernt sie – Angel - zufällig über ein Callcenter einer Telefongesellschaft kennen. Ihre Stimme, ihre Art zu reden, lassen ihn in Gedanken herumschweifen und jedes Wort, was sie sagt, berührt ihn. Nach einer Weile werden sie sich vertraut und kommen sich näher. Aus diesem Gespräch entwickelt sich eine tiefe, innige Freundschaft über Jahre, und für ihn ist sie ein „Engel“. Die B-Seite ist ein Feature mit Isa I.
Ihr könnt die Single seit dem 06.12.09 in allen Download-Portalen kaufen. Außerdem gibt es auf www.strassenkinda.de meine „Feel The Music EP“ zum freien Download.

C-HH.de: Aurelia, du hast dieses Jahr das erste Mal ein richtiges Solo-Projekt veröffentlicht. Wie war die Arbeit alleine? Und wird es in Zukunft trotzdem wieder Projekte gemeinsam mit OpR geben?
Aurelia: Das stimmt, und es war auch eine sehr gute Erfahrung. Natürlich waren auch da OpR und Trakmaster 1 zwei sehr starke Verbündete für mich.
OpR und Aurelia sind ein Duo, und wenn solche Sachen kommen wie Solo-Projekte, sind das nur Abschnitte für das Duo. Das heißt: Natürlich werden wir wieder gemeinsame Projekte starten.

C-HH.de: Außerdem hast du jetzt noch dein erstes Video gedreht. Bist du mit dem Ergebnis zufrieden und hat es dir Spaß gemacht?
Aurelia: Mein erstes Video hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hab dadurch an Erfahrung gewonnen.
Von daher bin ich auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Danke auch an die Firma Lightcraft-Design, die das Video gedreht hat. Ansehen könnt ihr es euch natürlich auf www.cologne-hiphop.de und auf www.strassenkinda.de anschauen.

C-HH.de: Was hat sich für dich verändert, seit du fest bei Strassenkinda Productions bist? Bist du zufrieden mit der Arbeit von dir und dem Label?
Aurelia: Als Strassenkinda-Mitglied gehöre ich zu einer neuen Familie. Sie bringen mir Kraft, helfen mir auch bei außergeschäftlichen Dingen und natürlich lerne ich von meinem Produzenten alles, was er in seiner musikalischen Laufbahn erlebt und durchleben musste, um zu diesem Ergebnis zu kommen.

C-HH.de: OpR, wie ist dein Fazit nach einem Jahr bei Strassenkinda Productions? Bist du mit der Arbeit des Labels und mit deiner eigenen zufrieden?
OpR: Ich bin sehr zufrieden mit unserer Arbeit im letzten Jahr. Wir haben gut zusammengearbeitet und super Tracks und Platten produziert.
Am 17.12. erschien meine Single „Alle Gleich“ zum freien Download auf www.strassenkinda.de.
Am 15.02.2010 kommt mein Solo-Album. Ich kann schon mal sagen, es wird ein heißes Ding, aber vergewissert euch selber, wenn es soweit ist.

C-HH.de: Was war eurer persönliches Highlight dieses Jahr? Irgendein besonderer Auftritt oder eine besondere Begegnung etc.?
Fly: Mein Highlight bzw. besonderer Auftritt dieses Jahr war das Ice Cube-Konzert in der Essigfabrik.
Benyo Hussain: Besondere Begegnung? Ich hab mich nackt im Spiegel gesehen... war sehr schön, würde ich gerne wiederholen!
Ansonsten ist eigentlich jeder Auftritt für mich was Besonderes. Ich scheiß drauf, ob 5000 oder 5 Leute zuhören. Wer zum Komekaté- oder Benyo Hussain-Auftritt kommt, kriegt die volle Ladung!
So ne Mumpitz-Einstellung, wie sie manche Kollegen in der Szene an den Tag legen, nicht aufzutreten, wenn der Saal nicht voll ist, kann ich nicht verstehen. Alles Ottos.
Rap kommt vom Herzen und aus dem Viertel, das haben leider viele vergessen!
Sultan HD: Mein Fazit ist: Wir haben jetzt schon viel erreicht, aber das ist erst der Anfang und wir werden noch sehr viel mehr erreichen, weil unsere Arbeit sich bald bemerkbar machen wird!
Ein besonderer Auftritt oder ,besser gesagt, Begegnung war für mich persönlich die mit Ghostface Killah, ansonsten fällt mir nix Besonderes ein.
OpR: Highlights? Ich habe jede Woche ein Highlight, wenn ich mit meinen Kids zusammenarbeite und ich merke, dass die sich immer besser verstehen und ich am eigenen Leib spüre, dass ich etwas verändere. Ansonsten gab es so viel in diesem Jahr, dass ich dort gar nix besonders hervorheben möchte.
Dr.Knarf: 1.) 2 Wochen Aufnahmesession mit der ganzen HKC-Clikke an der Ostsee. 2.) Erfüllung eines Mischpult-Traumes made in Oxford. 3.) Sag ich euch nächstes Jahr, wenn mein Album rauskommt (lacht)...

C-HH.de: Habt ihr noch ein Schlußwort? Irgendwas, was ihr noch loswerden möchtet?
Fly: Komm, drück das Movement!
Aurelia: Fürs neue Jahr wünsch ich mir wie jedes Jahr, dass es meinen Freunden, meiner Familie und meinen Kollegen gut geht.
Dass wir alle gesund bleiben und dass die, die krank sind, gesund werden und dass Gott uns weiterhin auf unserem Weg begleitet und uns stets leitet.
Das wünsche ich jedem Menschen dieser Welt, weil es jeder verdient. Wahrhaftig jeder.
Benyo Hussain: Es wird Zeit, dass die Jugend zu sich kommt und anfängt, wieder die Dinge zu hinterfragen und sich nicht mit flachem Drecksrap zufriedengibt.
Ihr habt vergessen, was Rap ist! Die einen schämen sich, schlau zu sein... und die anderen sind zu schlau, um sich zu schämen, Alter! Guck mal, wie ihr ausseht! Und du...komm mal her....lern erstmal Deutsch, bevor du mir ankommst mit rappen, mappen, dies, das!
Köln Porz 51, ihr Ottos!
OpR: Ich möchte all unseren Supportern danken für die Unterstützung dieses Jahr! Und natürlich meiner Fam für die sehr gute Arbeit. Das sind vor allem Aurelia, Trakmaster One, Sultan HD, Ty Machine, Philly, James Davis, Aquasi MC und alle, die noch dazu gehören.
Und für die Leute da draußen: Wir sind in Bewegung! Deutschland steht! Strassenkinda 2010 wird fliegen gehen!
Peace.
Philly: Danke an alle, die uns unterstützen!
Es ist schön zu sehen, dass so viele unterschiedliche Charaktere für eine Sache einstehen. Und allen ein gesundes und erfolgreiches 2010. Unterstützt das Movement! Sultan HD: Mein Schlusswort: Nicht jeder sollte nur an sich denken, sondern auch an die Menschen um sich!
Peace!
James Davis: Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich sehr stolz auf alle bin, die Strassenkinda Productions und Strassenkinda Movement unterstützen.
Es macht Spaß, mit unserem Team zu arbeiten.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Sparky Escobar im Interview


Jedem, der nicht mit zugetackerten Ohren durch den hiesigen HipHop-Untergrund watet, sollte der Name Sparky Escobar ein Begriff sein.
Nach vielen Features und diversen Projekten mit anderen Künstlern schickt sich der Kölner Jung nun an, sein neues Mixtape sozusagen als Vorboten für eine geplante Release-Offensive zu veröffentlichen.
Im Kölner Westen träumt man nun mal nicht von dicken Felgen und Kokain auf einem silbernem Tablett, sondern möchte Musik machen, die Menschen zum Lachen, Lieben, Freuen oder Weinen bringt. Eine Stimme aus dem Viertel für das Viertel.
Ein Gespräch mit Sparky Escobar.


C-HH.de: Was ist das Konzept hinter deinem neuen Mixtape "Operation Sparky"?

Sparky: Im Grunde genommen gibt es kein Konzept dahinter. Ich hatte halt schon immer Bock, mal ein Mixtape zu machen, nur bin aufgrund von anderem Zeugs nie wirklich dazu gekommen.
Irgendwann hab ich dann aber mal angefangen, die ersten Songs zu schreiben und dachte mir, diesmal zieh ich das halt durch. Meiner Meinung nach ist es auch gerade das Geile bei einem Mixtape, dass man einfach mal die Sau rauslassen kann und nicht zwingend einem Konzept folgen muss.
Trotzdem würde ich sagen, dass sich auf jeden Fall ein roter Faden durch das Teil zieht.
Aber hört's euch selber an.

C-HH.de: Das Mixtape wird ja zum kostenlosen Download angeboten. Wie sieht es denn in dieser Hinsicht bei kommenden Releases aus und was dürfen wir überhaupt in nächster Zeit erwarten?

Sparky: Du hast Recht. Die Operation Sparky wird es auf jeden Fall für lau geben und das soll bei dieser Reihe auch so bleiben. Das heißt, wenn irgendwann mal die Operation Vol.2 und Vol.3 aufgenommen wird, kann man sich die dann auch wieder kostenlos saugen.
Auch mit Ammo wird in absehbarer Zeit ein Kollabo-Album kommen, was zu 99 Prozent auch zum freien Download sein wird.
Ansonsten arbeite ich momentan mit Jungs wie Fabes, OneMan und Niles Davis an diversen Projekten. Zumal ich sowieso nur mit Leuten Musik mache, die ich auch menschlich schätze, wird es immer neuen Kram von mir mit den Jungs geben.

C-HH.de: Was fühlst du in Sachen Rap eigentlich gerade? Bist du auch auf diesem "Blog-Up-to-Date"-Film wie der Rest der Welt?

Sparky: Ehrlich gesagt verfolge ich die Szene schon länger nicht mehr so intensiv, dass ich wie früher zu jedem Track sofort den passenden Namen im Kopf habe.
Ich finde, dass das Angebot so riesig ist, dass man den Überblick zwangsläufig verliert. Wie bei neuen Kinofilmen: Es kommt so übertrieben viel raus, dass man gar nicht alles abchecken kann.
Privat bin ich aber eher auf diesem alten Soul-, Reggae- und Funkzeug hängengeblieben.
Ich habe mir z.B das neue Lee-Fields-Album gekauft, was ich extrem feier.
Auch raptechnisch geb ich mir eher die Klassiker von Mobb Deep bis Dilla. Das heißt aber nicht, dass ich neue Musik bzw. neuen Rap an für sich scheiße finde, aber die meisten Klassiker haben meiner Meinung nach einfach noch mehr Seele.

C-HH.de: Warum haben die älteren Sachen denn deiner Meinung nach mehr Seele als die modernen?

Sparky: Also: Erstmal kann man das natürlich nicht verallgemeinern, wie ich schon gesagt habe. Nicht alles, was neu ist, ist scheiße. In vielen Genres oder Szenen passiert auch gerade das Gegenteil von was Schlechtem. Viel Innovatives kommt raus und es werden neue Akzente gesetzt. Man sollte aber mal darüber nachdenken, was die Meisten unter "modern" oder "innovativ" verstehen.
Jeder zweite Rapper kündigt an, mit dem neuesten Scheiß um die Ecke zu kommen, macht aber eigentlich nur das, was schon tausend andere vor ihm gemacht haben. Man versucht halt gerne, auf Züge aufzuspringen, die schon abgefahren sind oder überhaupt kein Ziel haben.
Dann sollte man doch eher das machen, was man liebt und darauf scheißen, was gerade in irgendwelchen Magazinen, Blogs oder Musiksendern gefeiert wird. Weißt du, als kleiner Bengel hab ich auch davon gerappt, was ich für geile neue Sneakers habe und dass ich bald groß rauskomme. Aber scheiß drauf, heute sehe ich die Sachen erwachsener. Weißt du, ich fahre keinen Benz, ich kann auch nicht im Club mit Fuffies schmeißen und trinke keinen Hennessey.
Also, warum sollte ich sowas in meinen Songs behandeln? Das machen aber viele Künstler heutzutage. Eventuell würden sie auch lieber andere Beats picken, haben aber Angst, den Anschluss an die breite Hörerschaft zu verlieren.
Das macht, finde ich, oft den Unterschied zu früher aus. Man hat halt noch ehrlicher davon berichtet, wer man ist und wo man herkommt. Das mein ich auch mit "Seele in der Musik".

C-HH.de: Was würdest du denn sagen, wer du selber bist und was verkörpert das Pseudonym Sparky Escobar dabei?

Sparky: Ich bin ein ganz normaler Typ, der gerne mal ein Kölsch mit den Jungs trinkt, Fußball guckt, feiern geht, zu Hause mit seinem Mädchen chillt und nebenbei halt stark von der Musik angezogen wird.
Sparky Escobar steht dabei einfach für die kreative und musikalische Seite.
Ich möchte nur, dass die Leute mein Zeug fühlen, weil sie wissen, dass ich einer von ihnen bin.

C-HH.de: Ok, das war es dann. Danke für das Interview.

www.myspace.com/sparkyescobar

Montag, 24. August 2009

Dr. Knarf im Interview

mit HamburgHipHop.de

Auszug:
Hamburg Hip Hop: Was wird uns bei deinem Album erwarten, im Vergleich zur EP?
Dr. Knarf: Es wird ein unglaubliches Feature geben, das muss aber noch geheim gehalten werden, aber es wird ein Künstler sein, mit dem noch kein deutscher Hip Hopper zusammen gearbeitet hat.

» zum Interview

Donnerstag, 30. April 2009

Interview mit einigen Mitgliedern des Strassenkinda Movement

C-HH.de: Stellt euch doch mal kurz vor – für die Leute, die euch noch nicht kennen: Was habt ihr bis jetzt gemacht, wie lange macht ihr schon Musik, was habt ihr schon veröffentlicht?

JuJu (Strassenkinda Productions): Mein Name ist JuJu Davis. Ich habe gemeinsam mit meinem Bruder James Davis und Isa I vor 10 Jahren Strassenkinda Productions gegründet.
Ich bin Produzent der Strassenkinda und von OpR&Aurelia. Ich habe mein eigenes kleines Studio in Köln-Ehrenfeld, wo neben den Mitgliedern von Strassenkinda Productions u.a. schon Kingpint, Skor, Unimokk, Dr. Knarf, Benyo Hussain, Fly, O-Z, Rich, Prinz Amir… aufgenommen haben 2003 wurde das Album der Strassenkinda „Who´s Dat“ released, danach folgte eine Deutschland-Tour. Vor kurzem erschien die EP „On my Way“ von dem anderen Strassenkinda-Mitglied Isa I, die gibt es zum freien Download unter www.strassenkinda.de !
Seit sich Philly dem Label angeschlossen hat, habe ich mit ihm gemeinsam das Strassenkinda Movement-Mixtape Vol.1 organisiert.

Fly (Komekaté Entertainment): Mein Name ist „Fly“ und ich bin Künstler bei „Komekaté Entertainment“. Ich mache jetzt seit ca. 10 Jahren Musik und habe damals zusammen mit meinem Bruder „Benyo Hussain“ angefangen zu rappen. Mein Mixtape „Bässe Im Beton“ wurde im Dezember 2007 released und steht noch immer auf www.komekate.de zum freien Download.

Aurelia (Strassenkinda Productions): Mein Name ist Aurelia und ich bin 21 Jahre jung. Seitdem ich denken und fühlen kann, mach ich Musik, aber so richtig fing es in einer christlichen Kirche an. Dort lernte ich, mit meiner Stimme umzugehen und zu arbeiten.
Anfang 2007 lernte ich die Jungs von Strassenkinda Productions kennen und schloss mich dem Label Mitte 2008 an.
Mit OpR arbeite ich seit ungefähr 3 Jahren sehr eng zusammen.
Am 01.03.2008 ging ich das erste Mal mit OpR an die Öffentlichkeit - mit unserem Straßentape „C´est la vie“.
Es folgten Gastspiele auf verschiedenen Samplern wie z.B. Tracks auf dem IG Metall Jugendsongwettbewerb Sampler, dem „This is Cologne“-Sampler oder auch dem Endsound Sampler aus Berlin, um nur einige zu nennen.

Benyo Hussain (Komekaté Entertainment): Ich bin Benyo Hussain aka „Mr. 8 für die Stadt“ aus Köln-Porz und bin auf dem Independent-Label Komekaté Entertainment gesigned.
Ich rappe seit ca. 10 Jahren und eigentlich muss ich mich auf cologne-hiphop.de nicht mehr vorstellen…
Für alle, die nicht Bescheid wissen: hier ein paar Releases, auf denen ihr Benyo Hussain hören könnt!

  • Mete Makkat und Benyo – Mach Platz Da!
  • Komekaté – Strassentape
  • 7 Brücken Sampler
  • Shrazy – Gibt Deutschland Ein Mic
  • Benyo Hussain – DDO / Der Deutsche Orient
  • Gangstaz.com Mixtape
  • www.komekate.de

Dr. Knarf (HKC): Hallo, Dr. Knarf aka KNIWO2000. Ich bin MC, Produzent, Sänger und Songwriter, außerdem Mitglied des multikulturellen/multilingualen Künstlerkollektivs "HKC" (Hamburg Köln Connection).
Ich mache seit rund 10 Jahren Musik, nach einigen Veröffentlichungen in Eigenvertrieb habe ich das erste offizielle Release, das Mixtape "Ta$h", 2007 veröffentlicht. Der Nachfolger der Mixtape-Saga kam Ende letzten Jahres als Free-Download auf www.TPT2.de, nebst Video vom Kultregisseur Che Andre Bergendahl in Clockwork-Orange-Optik zum Track "Trink ´ne Milch", zu sehen auf allen gängigen Online-Kanälen oder www.KNIWO2000.biz

OpR (Strassenkinda Productions): Mein Name ist OpR aka Optimus Rhyme aka R.A.P. Ich bin mittlerweile 22 Jahre alt und rappe seit 7 Jahren. Ich represente die 51, Köln-Porz. Auf musikalischer Ebene repräsentier ich Strassenkinda Productions und arbeite sehr eng mit der Soul und RnB Sängerin Aurelia zusammen.
Die erste Veröffentlichung, auf der ich zu hören war, erschien im Oktober 2006. In einem Hiddentrack des Porzelan Debüts "Wortwitz ist die Mutter der Porzelan Clique.", Dort platzierte ich einen meiner Texte erstmals in den Regalen des Handels. Danach folgten einige Gastspiele auf verschiedenen Samplern und Alben befreundeter Künstler, wie z.B. Tracks auf dem IG Metall Sampler, auf Komekate Mixtape Nr.1 Benyo Hussain „DDO“ Fly „Bässe im Beton“,dem „This is Cologne“-Sampler oder auch dem „Endsound“ Sampler aus Berlin, um nur einige Namen zu nennen.
Am 01.03.08 veröffentlichte ich dann zusammen mit Aurelia unser Strassentape „C´est la vie“, das noch bis heute reißende Downloadzahlen vorweisen kann.

C-HH.de: Was war deine Motivation, dich am Strassenkinda Movement zu beteiligen und wie ist es für dich, mit so vielen verschiedenen Leuten an einem Projekt teilzunehmen?

Dr.Knarf (HKC): Ich finde es wichtig, durch Musik auf soziale, politische oder gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen.
Gerade Rap eignet sich dazu meiner Meinung nach wie keine andere Musikrichtung, da die Kraft des gesprochenen Wortes, was den Inhalt betrifft, in keinem Verhältnis zu einem gesungenen Text steht.
Das finde ich interessant und spannend.

Benyo Hussain (Komekaté Entertainment): Also, bei Komekaté sind wir 8 Leute. Von daher bin ich es gewohnt, mit vielen verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten. Das war auch kein ausschlaggebender Grund für mich. Viel wichtiger ist es mir, dass das Strassenkinda Movement unter Berücksichtigung eines sozialen Aspektes hochgezogen wird. Wir als Komekaté sind ja auch schon seit Jahren in dieser Richtung aktiv. Dem Viertel was zurückgeben! Und als Philly mich auf die Idee angesprochen hat, war ich direkt dabei.

Aurelia (Strassenkinda Productions): Ich denke, dass viel zu viele Musiker sich nicht bewusst sind, was für eine große Verantwortung sie wirklich tragen. Wir haben das Glück, mit der Musik und der Stimme was auszusagen, was einigen Menschen da draußen helfen könnte.
Und in diesem Fall spricht alles für sich. Der Strassenkinda Movement Sampler ist genau das, wovon ich rede:

  • 1 Musik gegen Gewalt
  • 2 Musik für die Seele
  • 3 Musik gegen Rassismus und vor allem gegen frauenfeindlichem Rap
  • 4 Und Musik für die Gegend und für einfach jeden.

JuJu (Strassenkinda Productions): Dem kann ich mich nur anschließen. Ich bin selber auch nicht in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, von daher weiß ich, wie wichtig es ist, benachteiligte Stadtviertel zu unterstützen und wie wichtig gute Vorbilder für die Kids sind.
Vielleicht fällt es uns auch leichter, Zugang zu den Jugendlichen zu finden, als es jetzt Lehrer oder Sozialarbeiter könnten.
Die Arbeit mit dem Movement hat Spaß gemacht, die meisten kennt man ja auch schon länger und es war schön zu sehen, wie motiviert alle waren und die Tracks beisteuerten.

Fly (Komekaté Entertainment): Die Motivation, mich an diesem Sampler zu beteiligen, ist definitiv der gute Zweck. Bei diesem Sampler geht es eindeutig darum, den Kids da draußen zu zeigen, dass es auch anders geht. Auf diesem Sampler wird nicht sinnloses Zeug gequatscht, kein Gangstergehabe oder Spitter- scheiße. Alle Künstler erzählen reale Geschichten, die das Leben schreibt, bzw. sie beschreiben ihren Alltag auf der Strasse, der oft nicht einfach ist.
Die Einnahmen des Benefizkonzerts werden gespendet, was mich persönlich dazu motiviert hat, bei dem Projekt dabeizusein. Außerdem verbindet uns natürlich eine Freundschaft. Da war es eigentlich keine Frage, dass ich was zum „Strassenkinda Movement“ beisteuere.

OpR (Strassenkinda Productions): Meine Hauptmotivation war es, mit eng befreundeten Künstlern wie Trakmaster 1 Aurelia, Isa etc. etwas auf die Beine zu stellen, das nicht alltäglich für die deutsche Rapszene ist. Klar gibt es Sampler und Collabo-Alben in allen Formen und Farben, doch uns war in diesem Fall wichtig, dass etwas dahinter steckt und dass nicht nur jeder Künstler irgendeinen Track produziert, um sich selber zu promoten, sondern das jeder vertretene Künstler mit seinem Track für was einsteht. Die Kinder auf der Strasse, d.h. die Kinder Deutschlands, sollen wahrnehmen, dass Rapmusik nicht immer gewaltverherrlichend, aggressiv und pornografisch sein muss. Ich denke, was ich meine, versteht jeder, der den Strassenkinda Movement Sampler gehört hat.
Mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten, ist immer eine große Ehre. Man lernt voneinander, hat viel Spaß zusammen und schafft etwas für die Ewigkeit. So etwas schweißt einen natürlich auch auf menschlicher Ebene zusammen.

Was kann man in Zukunft von dir erwarten ? Gibt es Sachen, an denen du gerade arbeitest - wenn du schon etwas verraten möchtest - oder die gerade erschienen sind ?

OpR (Strassenkinda Productions): Gerade ist natürlich wie schon erwähnt der Strassenkinda Movement Sampler erschienen, der auf www.Strassenkinda.de zum freien Download zur Verfügung steht.
Hier haben Künstler wie Strassenkinda, OpR & Aurelia, Colos, Butch Spencer, Dr.Knarf uvm. zusammengearbeitet. Ich kann nur jedem empfehlen, sich das Ding reinzuziehen.
In Kürze erscheint dann ein neues Video aus der Schmiede der Strassenkinda Productions. Zu viel wird noch nicht verraten, außer dass man sagen kann, dass es Deutschland überrollen wird. Des Weiteren wird Aurelia in Kürze ihr Streetalbum veröffentlichen, auf dem auch Tracks von OpR & Aurelia zu hören sein werden. Was danach noch so alles kommt, wird noch nicht verraten. Aber eins ist sicher: Es kommt einiges! Strassenkinda Production 2009.

JuJu (Strassenkinda Productions): Aurelias EP „Herzschlag“ ist soweit fertig aufgenommen, wird jetzt noch gemischt und gemastert und wird wohl Ende Mai erscheinen.
Ansonsten arbeite ich grade gemeinsam mit Philly an einer monatlichen Web-Radio-Show auf Banglounge.FM. Dann wird es natürlich noch einen nächsten Teil vom Strassenkinda Movement-Mixtape geben, da werden wir bald mit anfangen. Den Rest möchte ich eigentlich noch nicht verraten, nur soviel: Wir haben uns einen langfristigen Plan gemacht, der einige Releases beinhaltet. Einzelheiten verraten wir dann, wenn es spruchreif ist.

Dr.Knarf (HKC): Im Mai erscheint meine EP "Wie ich flieg". Dazu gibt es aktuell ein neues Video, "Rap Superstar". Zum Titeltrack, der auch gleichzeitig die erste Single meines Debüt-Albums "H.K.I.C. - Kniwolution" ist, das im Spätsommer erscheint, wird auch ein Video gedreht, das erscheint zum Release.
Viele spannende und wahrscheinlich sehr unerwartete Kollabos stehen an, und jede Menge neue Styles....abchecken !

Fly (Komekaté Entertainment): Ich hab noch keine Ahnung, was als nächstes kommt, mal gucken. Ich entscheide das spontan. Checkt auf jeden fall immer wieder www.komekate.de oder www.myspace.com/komekatefly für neue News. Ansonsten gebt euch alle das R’n’B Mixtape von meinem Bruder „Kurdy A“, ebenfalls auf www.komekate.de zum freien Download.

Benyo Hussain (Komekaté Entertainment): Also, momentan bin ich viel im Studio… ich will nicht zu viel verraten, aber man kann sich auf einiges gefasst machen! Porz schläft nie!
Ansonsten kann man sich die bisher erschienenen Projekte zum größten Teil auf www.komekate.de downloaden! Beeilt euch - solange es noch umsonst ist!

Aurelia (Strassenkinda Productions): Ja, allerdings…Wenn Gott es will kommt noch was von mir.
Zur Zeit arbeite ich an vielen Sachen, unter anderem auch an meiner Solo-EP "Herzschlag", die im Mai ins Netz gestellt wird. Doch größtenteils arbeite ich an mir selbst. An meiner Stimme und meiner Performence, denn besser geht’s immer.
Ich danke allen, die meine Stimme hören, die mich unterstützen und denen, die mich sehen und noch hören wollen.
Euch sage ich: Glaubt an euch und glaubt an uns.
Wir sind die Stimme der Straße, die Stimme der Wahrheit.
Wenn ihr sie hört, lehnt sie nicht ab. Nehmt sie an euch und werdet groß damit.

One love

Aurelia

Dienstag, 4. November 2008

Beats of Brothers im Interview

C-HH.de: Wie seid ihr zur Musik gekommen?

W Steve: Mir hatte ein Kumpel von einem Musikprogramm für die Playstation 1 erzählt. Das war 1999, das Programm hieß „music„ und hatte auch einen Nachfolger namens „music2000„. Damals saß ich Tag und Nacht vorm Fernseher und habe Musik gemacht. Danach habe ich lange Zeit mit Fruity Loops gearbeitet. Heute arbeite ich mit Reason, auf das mich auch ein sehr guter Kumpel, Fracture von in2ear, gebracht hat.
Beatbone: Vor ca. 8 Jahren habe ich angefangen, zu rappen, aber weil mir damals niemand gute Beats bauen konnte, hab ich selbst damit angefangen und bin auch bis heute dabei geblieben. Zum Glück - weil meine Beats um einiges besser sind als meine Skillz (lacht).

C-HH.de: Seit wann gibt es die Beats of Brothers und woran arbeitet ihr momentan?

W Steve: Ich war auf Myspace unterwegs und bin auf dem Profil von den Beathoavenz gelandet. Beatbone hatte da einen Kommentar hinterlassen und ich habe ihn angeschrieben, ob er mich noch aus der Grundschule kennt und ob wir nicht was zusammen starten sollen. Wir haben dann quasi über Nacht unsere gemeinsame Myspace Seite eingerichtet, angefangen, gemeinsam Beats zu bauen und Features klargemacht. Die Harmonie stimmte einfach. Wir haben ziemlich viel in kurzer Zeit geschafft, unser Debütalbum werden wir am 15. November veröffentlichen. Den Downloadlink werden wir auf unserer Myspace-Seite [www.myspace.com/beatsofbrothers] bekannt- geben.

C-HH.de: Was habt ihr als nächstes geplant?

Beatbone: Wir stehen gerade als Produzenten in Verhandlung mit zwei renommierten Labels aus Deutschland. Wir halten immer die Ohren nach Künstlern offen, die uns gefallen und haben deshalb auch eine EP Serie mit vier Künstlern in Planung, die auch auf unserem Debütalbum vertreten sind. Wir haben in kurzer Zeit viel erreicht und das motiviert uns, genauso weiter zu machen und dranzubleiben. Außerdem sind wir dabei, unsere Beats in den Staaten an den Mann zu bringen, mit einigen Erfolg. Ihr werdet bald von den Ergebnissen hören.

C-HH.de: Wer sind eure Vorbilder?

W Steve: Ich höre praktisch den ganzen Tag Musik und auch alles mögliche, ich beschränke mich nicht nur auf Hip Hop. Grob gesagt: Von den Beatles und Bob Marley über die Böhsen Onkelz bis hin zu Timbaland und Dr. Dre ist alles drin. Vorbilder kann ich nicht sagen, eher Inspirationen: Hans Zimmer, Timbaland, Dr. Dre, die Beats vom Wu Tang Clan, J Dilla, Cypress Hill. Als Beatbauer muss ich alles, was ich höre, auseinandernehmen und versuchen nachzuvollziehen, welches Instrument an welcher Stelle genutzt wurde, wie der Aufbau des Songs oder des Beats ist. Das gibt mir Ideen für eigene Sachen.
Beatbone: Ich gehe voll auf Bone Thungs n Harmony und 2Pac ab weil er auf der einen Seite knallhart ist und auf der anderen Seite vielen aus dem Herzen spricht. Wu Tang Clan, eine Zusammenarbeit mit Method Man und Redman hat ja jetzt in Form eines Remix geklappt, eine weitere Zusammenarbeit mit Masta Killa ist am laufen, Azad und natürlich die Beats von Dr. Dre, weil sie einfach zeitlos sind. Ich bin schon sehr auf Detox gespannt.

C-HH.de: Sonst noch was?

W Steve: Ich will mit Nicole Scherzinger essen gehen!
Beatbone: Ich will einen Song von uns auf der Juice CD und Eva Longoria knallen!

Dienstag, 22. April 2008

Pirate im Interview

Bestimmt hat der eine oder andere schon einmal von diesem aufstrebenden und äußerst ehrgeizigen Künstler „Pirate“ gehört.
Aufgrund des neulich erschienenen Albums „Die Macht am Rhein“, das er zusammen mit Cizzah aufgenommen hat, musste C-HH ihn euch einfach vorstellen.


C-HH.de: Pirate, stell dich kurz vor und sag den Leuten da draußen, wie du mit Rapmusik begonnen hast und worauf du bisher schon zurückblicken kannst!

Pirate: Ich habe mich schon lange mit Hip Hop befasst. 2003 begann ich endlich, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen und entwickelte von diesem Moment an meine Fähigkeiten. Mein erstes Streettape entstand 2005, fand aber nicht so viel Anklang.
Danach konzentrierte ich mich auf Kollaborationen mit Cizzah, N1C und Aurel. Durch diese entstand eine tiefe Freundschaft, die auf die musikalische Ebene übertragen wurde. Mein wohl größtes Projekt bisher ist das Album mit Cizzah, „Die Macht am Rhein“.

C-HH.de: Für die Leute, die sicherlich gespannt auf euer Album sind: Was kann man davon erwarten, was für 'nen Film seid ihr gefahren?

Pirate: Das Album bietet dem Zuhörer eine Menge Vielfalt. Was die Tracks angeht, haben wir von Straßenrap bis Storytellern alles am Start. Ich denke, dass der eine oder andere sich in manchen Tracks wiedererkennen wird. Wir haben darauf geachtet, dass das Album authentisch klingt und wir zu 1000 Prozent dahinter stehen können.
„Die Macht am Rhein“ könnt ihr euch unter myspace.com/piratecizzah kostenlos downloaden. Wer eine Original-CD möchte, kann diese unter der selben Adresse für 7 Euro bestellen. Und glaubt mir, der Preis ist nichts im Vergleich zu den vierzehn Songs, die das Album beinhaltet.



C-HH.de: Wie sieht es mit Featuregästen auf dem Album aus? Mit welchen Künstlern habt ihr zusammengearbeitet?

Pirate: Das Album wurde, bis auf meinen Solotrack, den Ch!Bo und Cizzah geschraubt haben, von N1C produziert. Des Weiteren sind N1C, Marijana, Aurel und Jack-Bo-Y als Featuregäste auf dem Album vertreten.
Ich bin sehr stolz auf das Endergebnis, stehe zu 1000 Prozent dahinter und rate Köln… ach was, ganz Deutschland, dieses Album zu pumpen!

C-HH.de: Was das angeht, wünscht C-HH dir bzw. euch viel Erfolg!
Was erhoffst du dir von dem Album und wie sieht es mit der Zukunft aus? Gibt es schon irgendwelche Pläne?


Pirate: Ich hoffe, dass uns der nötige Respekt gezollt wird, den wir verdient haben und dass die Arbeit, die wir in die Musik gesteckt haben, anerkannt wird. Darüber hinaus hoffe ich, dass wir mit dem Album die Menschen da draußen erreichen und uns dadurch eventuell neue Türen geöffnet werden.
In Bezug auf meine Person versuche ich stets, die von mir gesetzten Ziele zu erreichen. Für die Zukunft hoffe ich, dass meine Familie und meine Jungs gesund bleiben und dass Deutschland schon bald weiß, wer Pirate ist. - Verdammt!!

Donnerstag, 22. November 2007

Sparky Escobar im Interview

Der Name Sparky Escobar sollte einigen, gerade den Kölnern unter euch, ein gängiger Begriff sein.
Das letzte Jahr konnte er durch konstante Internet-Releases und diverse Compilationbeiträge auf sich aufmerksam machen. Wir haben das junge Talent mit der charakteristischen Stimme exklusiv im Interview - nur für euch!


C-HH.de: Für die Leute, die dich noch nicht kennen: Könntest du uns erzählen, wie du zur Musik gekommen bist und wie dein bisheriger Weg verlaufen ist?

Sparky: Ich glaube, ich war schon seit ich denken kann ein totaler Musikfreak. Schon als kleiner Junge konnte ich nicht genug kriegen von den ersten Jazz-, Soul- oder Rockplatten, die ich in die Finger bekam. Für mich stand schon früh fest, dass ich auf jeden Fall auch selber einmal Musik machen würde.
Als ich dann so mit 12 Jahren die ersten Rap-Sachen für mich entdeckt hatte, war alles aus und vorbei, und so kam es dann, wie es kommen musste und ich habe nach kurzer Zeit selber angefangen, zu rappen. Seitdem sind ja schon ein paar Jahre vergangen und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne den Scheiß wäre.
Ich habe 'ne Menge Leute kennengelernt, an den verschiedensten Projekten mitgewirkt und momentan arbeite ich mit AmmO an einem gemeinsamen Album, das allen Hobbyrappern erstmal den Boden unter den Füßen wegziehen wird.

C-HH.de: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit AmmO und sind noch weitere Projekte für die Zukunft geplant?

Sparky: AmmO kenne ich eigentlich noch gar nicht so lange, aber wir beide waren schon länger von den Sachen des jeweils anderen geflasht, und so kam man um eine Zusammenarbeit nicht rum.
Nachdem wir ein Wochenende in Holland gechillt hatten, beschlossen wir, längerfristig zusammenarbeiten zu wollen. So ist dann auch die Idee mit dem gemeinsamen Album entstanden. Mittlerweile sind wir auch sehr gute Freunde und raptechnisch stimmt die Chemie einfach.
Da ich mit meinem "alten" musikalischen Background schon länger sehr unzufrieden war, holte mich AmmO irgendwann zu seinen Jungs von "Ohrflash", einem sehr kreativen und talentierten Haufen. Auch mit Leuten wie Amato werde ich auch weiterhin immer mal wieder zusammen Tracks machen. Ansonsten schreibe ich momentan eigentlich ständig Songs, und mein Kopf ist voller Ideen. Watch out...

C-HH.de: Was können die Leute von deinen bzw. euren zukünftigen Sachen erwarten?

Sparky: Ich denke, musikalisch habe ich mich das letzte Jahr wirklich weiterentwickelt. Ich stehe zwar immer noch total auf diesen technischen Punchline-Kram, aber in erster Linie möchte ich gute Musik machen. Ich will einfach, dass die Leute mein Zeug fühlen können, egal, ob du jetzt der krasseste Straßentyp oder irgendein Student bist.
Ich finde, auf Albumlänge sollte man einfach ein gewisses Konzept haben und etwas aussagen. Das gleiche gilt natürlich auch für das Album mit AmmO. Ich will zeitlose Tracks machen, die man sich immer wieder anhören kann.
Mich inspirieren halt täglich die verschiedensten Sachen, und privat pumpe ich ja auch nicht nur Rap.

C-HH.de: Du bist ja selber in Köln geboren und erwähnst die Stadt auch immer mal wieder in deinen Texten, was verbindet dich mit dieser Stadt und was sagst du zur lokalen Szene?

Sparky: Du hast Recht, ich bin gebürtiger Kölner und habe damals mit meiner Familie in Ehrenfeld gewohnt.
Mittlerweile wohne ich ein bisschen außerhalb, aber bin trotzdem jeden Tag in der Stadt. Ich arbeite hier, habe eine Menge Freunde hier und werde wohl auch nächstes Jahr irgendwo in die Innenstadt ziehen. Ich liebe Köln einfach, die Menschen, die Mentalität, die Clubs, so viele Kulturen auf einem Haufen ... wenn der FC jetzt mal wieder ordentlichen Fußball spielen würde, wäre alles perfekt.
Die Szene ist meiner Meinung nach genau wie in anderen Großstädten auch, es rappen viel zu viele, die es nur machen, weil es gerade in Mode ist, und die Szene selbst hat viel zu wenig Zusammenhalt.
Trotzdem gibt es natürlich auch eine Menge krasser Talente. Tamijihad, Seany, Densus Dahn, die Ohrflash-Leute, Lil Easy und noch ein paar wenige andere rücken die Stadt meiner Meinung nach auf jeden Fall in ein gutes Licht.

C-HH.de: Als abschließende Frage: Was erhoffst du dir von den nächsten Jahren, was wäre der optimale Weg?

Sparky: Ich denke, es gibt keinen optimalen Weg, man wird einfach sehen, was die Zeit bringt.
Natürlich wünsche ich mir für meine Leute und mich, dass wir Erfolg mit unserer Musik haben und auch überregional viel bekannter werden. Ich bin aber keine 12 mehr und checke schon, dass das sehr schwierig ist, mal von Rap leben zu können, aber ich kann mich auch so sehr gut über Wasser halten, von daher ist alles cool.
In erster Linie ist es eh am wichtigsten, dass meine Family, meine Freunde und ich gesund sind. Ich bin eigentlich recht zufrieden mit der momentanen Situation und kann mich nicht wirklich beschweren.
It's all good!

Samstag, 15. September 2007

Cizzah im Interview

Mittlerweile sind dem ein oder anderen der Name Cizzah und die Person, die dahintersteckt, ein Begriff geworden.
Anlässlich der kürzlich erschienenen FMN Label Compilation 3 "Schau dir den Haufen mal an!", auf der unter anderem auch Cizzah mit einigen Tracks vertreten ist, hat Cologne-HipHop diesen Menschen für euch interviewt.


C-HH.de: Wann hast du mit Rap angefangen und wie sah dein Entwicklungsprozess aus?

Cizzah: 1999 hörte ich das erste Mal interessiert HipHop und achtete dabei stets auf einzelne Künstler und deren verschiedene Styles. Nachdem meine Mum "für mich" entschied, dass ich keinen Fußball mehr spielen sollte, sondern mich lieber voll und ganz der Schule widme, war der Zeitpunkt erreicht, an dem ich meine überschüssige Energie auf eine andere Art umsetzen musste. Rap hat mich zu dieser Zeit sehr fasziniert; Künstler wie Jay-Z, Samy Deluxe und etliche mehr waren damals und sind auch bis heute noch meine großen Idole. Durch diese wurde ich dazu motiviert, eigene Ideen zu entwickeln und diese auf meine eigene Art und Weise umzusetzen. Zuerst schrieb ich willkürlich Sätze, die nacheinander aufgesagt wurden und mit großer Mühe auf einen Beat gereimt wurden. Doch schnell fand ich heraus, dass ich durch simple Improvisationen viel weiter kam. Dadurch dass ich auf Instrumentals "freestylte", in jeder freien Minute, entwickelte ich meinen Flow (an dem ich natürlich nach wie vor feile!).
Was das Texten angeht, hatte ich 2001 in "Harry Kane" meinen Lehrer gefunden. Er zeigte mir alles Mögliche, was einen MC von einem Rapper unterscheidet.
2004, nachdem ich mich 5 Jahre lang ausschließlich mit dem Umsetzen von Ideen auseinandergesetzt hatte, Kassetten verkauft hatte und meine Eltern plus Mieter mit meiner Liebe zur Musik in den Wahnsinn trieb, war ich nun endlich an dem Punkt angelangt, an dem mir bewusst wurde, wo ich hin will.
2005 fand ich eine Plattform auf FMN-Music. Nachdem ich mit zwei verschiedenen Crews nicht auf einen "gemeinsamen Nenner" gekommen bin, entschied ich mich dieses Jahr schließlich dafür, als "Einzelgänger" unterwegs zu sein und hier und da mit Künstlern zusammen zu arbeiten, die mir sehr am Herzen liegen.

C-HH.de: Bei welchen Projekten hast du bis hierhin mitgewirkt?

Cizzah: Im November 2006 kam die 10 Tracks starke EP "FullTimeJob" von Sparky Escobar und meiner Wenigkeit zum kostenlosen Download über FMN-Music raus.
Dieses Jahr erschien "Short Cuts". Eine von Al-Dente Records produzierte Compilation, die neben meiner damaligen Crew "KreuzVerhör" auch noch Proyecto Conexion, Quintessenz und Köln Maziv featuret.
Ganz frisch: Die dritte Labelcompilation Kölns bester Rap-Plattform FMN-Music "Schau dir den Haufen mal an!". Diese liegt seit dem 07.09.2007 deutschlandweit in den Läden! Auch ich habe das Glück, ein Teil dieses Projekts zu sein und auf dieser CD mit 4 Tracks vertreten sein zu dürfen. Yap!

C-HH.de: Was wird man in Zukunft von dir hören; gibt es da schon irgendwelche Pläne?

Cizzah: Ich habe gelernt, dass es sehr waghalsig ist, Ansagen zu machen, da diese nicht immer eingehalten werden können. Daher formuliere ich es mal so, dass ich einige Ideen habe, die ich versuchen werde umzusetzen. Unter anderem die Idee, endlich ein Album mit Pirate zu machen. Des weiteren habe ich vor, eine EP zu machen, die von vorne bis hinten ausschließlich von Fabes produziert ist.
Darüber hinaus werden in Zukunft noch einige Kollaborationen mit den verschiedensten Künstlern auf euch zukommen...
What else can I say?!

C-HH.de: In dem ersten Teil sagtest du, dass dir 2004 bewusst geworden sei, wo du hin willst? Zum Abschluss dieses Interviews:
Wohin soll's denn gehen??


Cizzah: Nach oben!... Weißt du, mir ist klar, dass sehr viele in Deutschland, eigentlich überall auf dieser Welt, den selben Traum wie ich haben.
Doch nach knapp neun Jahren weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass dies kein Traum oder Berufswunsch ist; nein, es ist mein Ziel, es zu schaffen und dafür zu kämpfen, scheißegal, wer oder was sich mir in den Weg stellt. Yap, natürlich bedeutet das weitere harte und vor allem intensive Arbeit, da man nie auslernt.
-Ich will nicht als Rap-Star oder Sing-Sänger (how ever u wanna
call it?!) rauskommen.
Deutschland soll seinen neuen Hoffnungsträger C I Doppel Z A H, heißt: mich, so wie ich bin, kennen lernen; sh... egal, wie das klingt.
Ihr werdet schon sehen!!

Freitag, 25. Mai 2007

Konvex - Dynamic im Interview

C-HH.de: Dynamic eure zweite EP "Brandneu" ist gerade erschienen, warum haben wir seit eurem ersten Realese "Introducing" so lange nichts mehr von euch gehört?

Dynamic: Das hat einige Gründe. Zum einen haben wir uns darauf konzentriert viel live zu spielen, was uns im übrigen sowieso am meisten Spaß macht. Zum anderen sind wir alle vier schon seit längerem "jobmäßig" ziemlich gut eingebunden, deshalb spielt natürlich auch der Zeitfaktor eine große Rolle. Der wichtigste Grund ist aber, dass wir mit unserer zweiten CD etwas veröffentlichen wollten, das uns besser repräsentiert als die "Introducing" EP, die mehr oder weniger eine Compilation war und das hat eben ein bisschen länger gedauert. Außerdem haben wir in der Zwischenzeit ja auch mit "Weg und Ziel", den "16er Wochen" und zuletzt mit "07" immer wieder mal ein Lebenszeichen in Netz gestellt.



Timbo, Poske, Marta, Dynamic (v.l.n.r.)

C-HH.de: Erzähl uns mal was zu den Tracks, die auf "Brandneu" zu hören sind. Wer hat produziert und worum geht’s in den Songs?

Dynamic: Den Anfang macht "Predigt (K.O.N.V.E.X)", der wohl am besten als klassischer "Representer" zu beschreiben ist. Mit diesem Track melden wir uns zurück, deshalb musste der auf jeden Fall an den Anfang der EP.
Auf dem zweiten Song "Queen" beweist Marta wieder einmal, was sie als Sängerin drauf hat. Beim Beat hat mich mein alter Musikerkollege David aka Rawland Kyser mit ein paar Keyboardmelodien unterstützt. Wir haben den Track schon ein paar mal live gespielt und er eignet sich extrem gut, um Ladies aus dem Publikum in die Show mit einzubinden.
"Land in Sicht" ist der Storyteller auf der EP, bei dem drei Flüchtlingsgeschichten erzählt werden, die durch Martas Hook in "Du schaffst das/Gib alles" Manier auf den Punkt gebracht werden. Der Song ist auch auf dem "Über sieben Brücken Sampler 2" drauf und vielleicht wird er noch auf einer weiteren Platte erscheinen. Wir werden sehen.
Das "Retro (Skit)" ist wie der Titel schon sagt ein kurzer persönlicher Rückblick von Poske und mir, der auch so eine Art Grundeinstellung zum Leben wiederspiegelt. Das Gitarren-Sample, dass ich für diesen Beat verwendet habe, finde ich auch nach dem ungefähr tausendsten Mal hören immer noch geil. Ich hoffe die Hörer sehen das ähnlich.
Der fünfte Song "Hands up" wurde von ASL produziert und ist ein basslastiges "Synthie-Brett", das live absolut nach vorne geht. ASL ist nicht nur ein krasser Beatbastler sondern auch ein guter Freund von uns, der schon auf "Introducing" einen Beat beigesteuert hat. Wir stehen einfach auf seinen Style, deshalb greifen wir, wenn wir können immer wieder gern auf seine Künste zurück.
Beim sechsten Track "Im Grunde" rappen wir über unsere Ziele im Leben, was wir gerne hätten und wo wir als Crew so hinwollen, zumindest am Anfang, danach flippen alle komplett aus und erzählen was von Autos, Geld, Häusern usw.. Auch bei diesem Beat hatte mein Kumpel David die Finger im Spiel.
"Go for it" ist der Letzte und "souligste" Song auf "Brandneu", der mit seiner positiven Stimmung für einen passenden Ausklang der EP sorgt. Das Instrumental geht auf das Konto von Mete Makkat, der sonst hauptsächlich für seine Crew Komekaté an den Fadern sitzt. Die Namen sollten sich alle da draußen merken, die Jungs sind dope und werden meiner Meinung nach noch einiges von sich hören lassen.



C-HH.de: Wie geht’s weiter mit Konvex, gibt es irgendwelche konkreten Pläne und müssen wir jetzt wieder fast ein Jahr auf euer nächstes Release warten?

Dynamic: Wir werden jetzt erst mal wieder viel live spielen, deshalb auf jeden Fall unsere aktualisierte Homepage www.konvexcrew.com regelmäßig ausschecken und zu den Gigs kommen. Auch nach neuen Internettracks könnt ihr ab jetzt immer wieder mal Ausschau halten, denn in diese Richtung sind einige Sachen geplant. Ansonsten machen wir weiter unser Ding und hoffen, dass die Leute draußen genauso viel Bock drauf haben wie wir.

C-HH.de: vielen Dank für das Interview.


Website: » http://www.konvexcrew.com/